Verlängerung von Abgabefristen für Steuererklärungen und Erhöhung der Grenze für GWG und Kleinbetragsrechnungen

13.11.2019

Ein Überblick darüber, was sich geändert hat.

Erhöhung der GWG-Grenze

Wie im letzten TIM bereits als Gesetzentwurf angekündigt, wurde die Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter von netto 410 € auf netto 800 € angehoben. Somit können deutlich mehr Wirtschaftsgüter bereits im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben werden. In Kombination mit einem Investitionsabzugsbetrag können in Einzelfällen sogar Anschaffungen bis zu 1.586,- Brutto in einem Jahr voll abgesetzt werden. Auch die sogenannte Poolabschreibung von 250 – 1.000 € gilt derzeit weiterhin, ist aber nur in wenigen Ausnahmefällen vorteilhaft. Bei deren Anwendung werden alle Wirtschaftsgüter zwischen 250 - 1.000 €, zusammen in einem „Pool“, auf 5 Jahre abgeschrieben.

Erhöhung der Grenze für Kleinbetragsrechnungen

Außerdem wurde die Höhe der Grenze für Kleinbetragsrechnungen angepasst. Bei Rechnungen bis brutto 250 € (bisher 150 €) müssen lediglich folgende Pflichtangaben enthalten sein, um den Vorsteuerabzug zu sichern:

  • Name und Anschrift des leistenden Unternehmers
  • Ausstellungsdatum
  • Menge und Art der gelieferten Gegenstände oder Umfang und Art der sonstigen Leistung
  • Bruttobetrag und Steuersatz, oder ein Hinweis auf eine Steuerbefreiung

Bei Rechnungen über 250 € bleiben die erweiterten Pflichtangaben bestehen.

Verlängerung von Abgabefristen für Steuererklärungen ab 2018

Die Abgabefristen für Steuererklärungen ab dem Jahr 2018 verlängern sich bis zum 31.07. des Folgejahres (bisher bis 31.05. des Folgejahres). Wird die Steuererklärung von einem Steuerberater erstellt so gilt die verlängerte Abgabefrist bis zum 28.02. bzw. 29.02. des übernächsten Jahres.
Eine darüberhinausgehende Fristverlängerung ist kaum noch möglich.

In diesem Zusammenhang verschärft das Finanzamt auch die Festsetzung von Verspätungszuschlägen. Bei einer verspäteten Abgabe der Steuererklärung werden automatisch Verspätungszuschläge durch das Finanzamt festgesetzt, die bisherige Ermessensentscheidung seitens der Finanzbehörde entfällt. Der Verspätungszuschlag beträgt 0,25 % der festgesetzten Steuer, mindestens jedoch 10 Euro für jeden angefangenen Monat der eingetretenen Verspätung. Ergibt sich eine Erstattung aus der Steuererklärung, wird bei verspäteter Abgabe dieser Steuererklärung kein Verspätungszuschlag festgesetzt.

 
 

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