Fragen und Antworten zur Investmentsteuerreform

06.12.2017

Zum 1.1.2018 tritt die Investmentsteuerreform in Kraft. Durch die Reform wird ein neues Besteuerungssystem bei in- und ausländischen Investmentfonds eingeführt. Wir haben Ihnen die wesentlichen Änderungen anhand einiger Szenarien im Frage- und Antwortstil verständlich ausgearbeitet.

 
Das ändert sich 2018

Szenario 1: Sie haben in verschiedenen Investmentfonds zur privaten Altersvorsorge investiert. Müssen Sie durch die Reform mit einer Steuermehrbelastung rechnen?

Antwort: Bisher unterliegen die Erträge aus Investmentfonds beim Anleger der Abgeltungsteuer mit 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Ab 2018 werden bestimmte Einkünfte zusätzlich schon auf der Ebene des Investmentfonds mit 15 % besteuert. Um diese Doppelbesteuerung auszugleichen erhalten Anleger teilweise eine steuerliche Freistellung für Ausschüttungen und Veräußerungsgewinne aus ihrem Investmentfonds. Der verbleibende Teil der Erträge, für welche keine Freistellung erfolgt ist, unterliegt weiterhin der Abgeltungsteuer. Eine Steuererhöhung auf Ebene der Anleger ist somit zusammenfassend in der Regel nicht verbunden.

Szenario 2: Sie sind Fondssparer. Müssen Sie jetzt etwas unternehmen?

Antwort: Nein, Sie müssen nichts unternehmen. Die Banken sind auch nach der Reform verpflichtet, Ihre Kapitalerträge ordnungsgemäß nach den neuen „Regeln“ zu ermitteln und in einer Jahressteuerbescheinigung auszuweisen.

Szenario 3: Sie besitzen noch Altbestände, also Fonds, die vor der Einführung der Abgeltungsteuer am 1.1.2009 erworben wurden und dadurch Bestandsschutz genießen, sodass die Veräußerungsgewinne steuerfrei sind. Gilt die Reform auch für diese Altbestände?

Antwort: Ja, auch die bestandsgeschützten Anteile sind von der Investmentsteuerreform betroffen. Die bis zum 31.12.2017 erzielten Kursgewinne bleiben weiterhin steuerfrei. Die ab 1.1.2018 entstehenden Kursgewinne sind jedoch grundsätzlich steuerpflichtig. Allerdings wurde hierfür ein Freibetrag von 100.000 € pro Person eingeführt, damit die meisten Anleger die Altbestände auch nach der Reform steuerfrei verkaufen können.

Das folgende Beispiel verdeutlicht die neue Regelung hinsichtlich der Altbestände:

Ein Privatanleger hat vor dem 1.1.2009 für 400.000 € Fondsanteile erworben. Die Anteile haben zum 31.12.2017 einen Wert von 650.000 €. Der Anleger veräußert die Anteile 2018 für 750.000 €.

Lösung: Die Wertsteigerung bis zum 31.12.2017 in Höhe von 250.000 € unterliegt dem Bestandsschutz und ist somit steuerfrei. Die Wertsteigerung von 100.000 € ab dem 1.1.2018 ist allerdings grundsätzlich zu versteuern. Hier steht dem Anleger aber ein Freibetrag in Höhe von 100.000 € zu, sodass insgesamt kein steuerpflichtiger Veräußerungsgewinn entsteht.

Bei Detailfragen, gerade auch bei im Betriebsvermögen gehaltenen Anteilen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

  • Klumpp, Arnold

    Arnold Klumpp

    Steuerberater
    Partner
    Fachberater für Vermögens- und Finanzplanung (DStV e. V.)

    Beratungsschwerpunkte

    • Finanz- und Vermögensplanung
    • Private Steuern
    • Betriebswirtschaftliche Beratung
    • Private und betriebliche Altersversorgung 
  • Glatz, Philipp

    Philipp Glatz

    Steuerfachangestellter
    Finanzassistent
    DH-Student

    07821 / 9183 -173
    pgltzmlzr-kllgnd
 
 
 
 
 

STANDORT LAHR

Schwarzwaldstraße 32
77933 Lahr
+49 (0) 7821/91 83 - 0
mlmlzr-kllgnd

STANDORT FREIBURG

Heinrich-von-Stephan-Straße 20
79100 Freiburg
+49 (0) 761/611 6479 - 0
frbrgmlzr-kllgnd

Focus Money - TOP Steuerberater
Deutscher Steuerberaterbund e.V. - Geprüftes Kanzleimanagemen
DQS - Zertifiziertes Managementsystem
 

© 2018 Melzer & Kollegen Steuerberatungsgesellschaft GmbH & Co. KG

TIM
Steuer-News
Facebook
TIM
Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen